Anleihen: Rendite macht das Rennen

8. Januar 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Rentenmarkt bewegte sich diese Woche in einem ganz engen Bereich von 120,84-121,6 im Bund-Future. „Auch die Umsätze waren gering, was wohl auch an dem Feiertag am Mittwoch in einigen Bundesländern gelegen haben mag“, kommentiert Arthur Brunner von ICF AG. Trotzdem stand am Mittwoch europaweit traditionell zum Jahresanfang eine Reihe von Staatsanleihen zur Platzierung an. In Deutschland war dies die zehnjährige Bundesanleihe mit Fälligkeit im Januar 2020 und einem Kupon von 3,25 Prozent. Dem Emissionsvolumen von 6 Milliarden Euro standen laut Bundesfinanzagentur Bietungen von 7,635 Milliarden Euro gegenüber. Das kann als zufrieden stellendes Ergebnis bezeichnet werden“, meint Brunner. Es seien 4,885 Milliarden Euro zu einem gewogenen Durchschnittskurs von 98,92 zugeteilt worden, was einer Rendite von 3,38 Prozent entspricht. Die Marktpflegequote habe 1,115 Milliarden Euro betragen.
Griechenland erscheint attraktiv
BrunnerIn den ersten Tagen des neuen Jahres gehen Investoren am Rentenmarkt auf Renditefang. Dabei fiel der Fokus der Marktteilnehmer auf Griechenland. „Griechische Staatsanleihen waren aufgrund verschiedener Äußerungen seitens Politik und Notenbanken wieder enormen Kursausschlägen ausgesetzt“, berichtet Brunner. Der Renditeabstand der zehnjährigen Anleihe habe sich dennoch letztendlich gegenüber der Vorwoche von 237 auf 225 Basispunkte verringert. Gregor Daniel von der Wertpapierhandelsgesellschaft Walter Ludwig konnte bei griechischen Staatspapieren eine rege Nachfrage beobachten. „Die niederländische Investmentgesellschaft Robeco hat griechische Staatsanleihen von „untergewichten“ auf „neutral“ hochgestuft laut einem Bericht in der Financial Times Deutschland.“ Und die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass Robeco die Bestände aufgestockt habe.
Argentinien bewegt sich
Schwellenländeranleihen profitierten diese Woche von der Ankündigung Argentiniens, seine noch ausstehenden Anleihen bedienen zu wollen. Unklar ist wie dieses Angebot aussehen soll. Einen Großteil seiner Staatsanleihen hat das Land aber schon am Markt zurückgekauft. Sollte es gelingen für den Rest eine Lösung zu finden stände dem Land der dringend benötigte Zugang zu den Kapitalmärkten wieder offen. Bisher kann sich das Land nur mittels befreundeter Drittstaaten zu enormen Aufschlägen refinanzieren.
Risiko spielt keine, Rendite eine große Rolle
DanielWie die Skontroführer der Hellwig Wertpapierhandelsbank berichten, setzen Privatanleger in dieser Woche vor allem auf Hybridanleihen, die entsprechend im Kurs gestiegen sind. In einer Daueranleihe von Südzucker (WKN A0E6FU) konnten die Händler eine rege Nachfrage beobachten. Das Papier stieg in dieser Woche von etwa 84 auf 90 Prozent. Auch ein Papier der Deutschen Bank (WKN A0TU30) aus dieser Anleihenkategorie wurde kräftig gekauft. „Risikobehaftete Schuldner bzw. riskantere Papiere, alles wo etwas mehr Rendite drauf steht, werden wieder gekauft“, sagt Daniel, „Unternehmensanleihen aus Schwellenländern, Venezuela oder beispielsweise ein Papier der Ineos Holding (WKN A0GM40)“. Die Anleihe, die bis 2016 läuft ist mit einem Kupon von 7,875 Prozent ausgestattet und wirft zurzeit eine Rendite von 15,95 Prozent ab. Die Stückelung bei dieser Anleihe ist 50.000 Euro.
Risikoscheuere Investitionen
Doch finden sich auf dem Parkett durchaus auch einige vorsichtigere Anleger ein. „Da sich einige größere Akteure noch in den Ferien befinden konzentrierte sich das Geschäft diese Woche im wesentlichen auf die Kleinanleger“, erzählt Brunner. Diese hätten diese Woche unter anderem eine Stufenzinsanleihe der WestLB (WKN WLB6KP) bevorzugt. „Das Papier verzinst sich bis zum September 2011 mit 4 Prozent. Sollte es zu diesem Zeitpunkt nicht gekündigt werden, beträgt die Verzinsung bis zur Fälligkeit im September 2015 3,70 Prozent“, meldet Brunner. Außerdem wurde ein Papier des Zementherstellers Lafarge – in einer 50.000er Stückelung – nachgefragt (WKN A1AQ49). Die Anleihe wird 2019 zurückgezahlt und ist mit 5,5 Prozent verzinst. Nach einem leichten Kursanstieg seit Jahresbeginn rentiert sie bei 5,3 Prozent.
© 8. Januar 2010/ Dorothee Liebing
© Deutsche Börse AG
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