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	<title>Trading CFD &#187; Anleihen</title>
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		<title>Anleihen: Zurück zum Tagesgeschäft</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 16:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boerse Frankfurt</dc:creator>
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4. Dezember 2009. Frankfurt (Börse Frankfurt). Der Zahlungsausfall des Wüstenstaates war ein Sturm im Wasserglas – ein Gespenst, das die Aktienmärkte schnell vertreiben konnten: Es gibt keine neue Finanzkrise. Auf der Anleihenseite ließen Investoren am Wochenanfang noch Vorsicht walten bei Unternehmensanleihen. „Doch gute US-Konjunkturdaten und positive US-Aktienmärkte für eine Trendwende“, schreibt Klaus Stopp von der Baader Bank.</p>
<h4>EZB verharrt auf Niedrigzinsniveau</h4>
<p>Auf ihrer gestrigen Ratssitzung hat die EZB den Leitzins auf dem historisch niedrigen Niveau von einem Prozent belassen. Die guten Nachrichten aus dem Haus der Währungshüter: Die Konjunkturprognosen wurden angehoben. „So wird nun für 2010 ein BIP-Wachstum zwischen 0,1 und 1,5 Prozent erwartet, wobei nach wie vor beträchtliche Risiken bestünden. Der Inflationsausblick bleibt verhalten, die Jahresteuerung sollte bis einschließlich 2011 deutlich unter der Zielzone verharren“, berichten die Volkswirte der HSH Nordbank.</p>
<p>Dass die Zinsen nicht angehoben würden, hätten die Marktteilnehmer erwartet, meint ein Händler. Mit Spannung jedoch seien die Aussagen zum Ausstieg aus der expansiven Liquiditätspolitik der EZB beobachtet worden. So wird nun Geld an Banken nicht mehr zu nicht zum geltenden Leitzins an Banken verliehen, sondern zum durchschnittlichen Leitzins über die gesamte Laufzeit. „Mit eventuellen Anhebungen bis Ende 2010 würde sich diese entsprechend verteuern. Damit soll verhindert werden, dass sich die Banken langfristig zum niedrigen Leitzins mit Liquidität voll saugen“, erklären die HSH-Analysten. Die Zinsgewaltigen hätten deutlich signalisiert, dass der Exit nun auch wirklich angegangen werde und einen klaren Fahrplan vorgelegt. Gleichzeitig gebe es kein abruptes Ende der Unterstützung.</p>
<p>„Es zeigt sich erneut, dass die Rentenmärkte die weitere wirtschaftliche Entwicklung bei weitem nicht so rosig sehen wie die Aktienmärkte. Auch die Andeutung der EZB, die lockere Geldmarktpolitik in den kommenden Monaten zurück zu fahren, konnte die Märkte nicht weiter beeinflussen“, kommentiert Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Unbeeindruckt von den volatilen Aktienmärkten habe der Bund-Future auf dem hohen Niveau, das letzte Woche bereits mit dem Durchbrechen der Marke von 123 erreicht wurde, verharrt. Heute zur Mittagszeit notiert der Bund-Future bei 123,4 Punkten. Eine zehnjährige Bundesanleihe wirft eine Rendite von 3,17 Prozent ab.</p>
<h4>Synthia-Anleihe auf Dubai</h4>
<div><span><img src="http://www.boerse-frankfurt.de/DE/MediaLibrary/Image/70_interview_partner/10_a_g/brunner_120x125.jpg" /><span>Brunner</span></span></div>
<p>„Es war eine ruhige Woche, wobei es auch bei den Neuemissionen entspannter geworden ist“, meldet Brunner. Interessant sei der Kursverlauf einer „Synthia-Anleihe“ der Landesbank Baden-Württemberg (WKN LBW64N), deren Verzinsung von der Bonität Dubais abhängt. Die Anleihe konnte sich im Laufe der Woche von 83 auf 92 verbessern. Vor der Ankündigung des Schuldenmoratoriums lag der Preis bei 99 Prozent. Größere Umsätze waren nicht zu beobachten.</p>
<p>Quo vadis Griechenland?</p>
<p>Griechenlands Schuldenberg versetzt Anleger in Sorge. „Das Land wird im kommenden Jahr mit einer Rekordverschuldung von 125 Prozent des BIP das höchste Defizit aller Euroländer aufweisen“, sagt Klaus Stopp. Die Angst vor einem Zahlungsausfall sorge bei den Bonds für eine erneute Spread-Ausweitung gegenüber soliden Staatsanleihen. Beruhigende Worte kommen aus Brüssel, da Griechenland von der Europäischen Union unterstützt wird und nicht ausfallen werde, wie der EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia sagte.</p>
<h4>Austral-Dollar steht hoch im Kurs </h4>
<p>Auch diese Woche setzten Investoren aus Anleihen, die in Australischen Dollar notiert sind. Neben der in der vergqangenen Woche bereits erwähnten Anleihe von Nestlé (WKN A1AQCN) beobachten die Skontroführer der Wertpapierhandelsgesellschaft Walter Ludwig bei einer BMW-Unternehmensanleihe (WKN A1ANB9) eine erhöhte Nachfrage. Das Papier läuft bis 2013 und ist mit 7,25 Prozent verzinst. Bei einem aktuellen Kurs von 103,25 beträgt die Rendite 6,25 Prozent.</p>
<h4>Renault läuft VW den Rang ab</h4>
<p>Die Franzosen bauen nicht nur die sinnlicheren Autos, sondern faszinieren Investoren derzeit mit einer neuen Anleihe (WKN A1AQNB), die bis 2011 läuft und mit 3,125 Prozent verzinst ist. Die Kapitalturbulenzen, die derzeit bei VW bestünden, ließen Anleger gegenüber dem Wolfsburger Autokonzern vorsichtiger agieren, berichtet ein Händler. Zudem habe VW eine noch bis 2014 laufende Anleihe (A0BNZK) vorzeitig gekündigt. „Vielleicht nutzen Investoren die Gelegenheit und tauschen gegen die Renault-Anleihe“, meint ein Skontroführer der Hellwig Wertpapierhandelsbank.</p>
<p>&#169; 4. Dezember / Dorothee Liebing</p>
<p>© Deutsche Börse AG</p>


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		<title>Anleihen: Aufregende Tage</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 08:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boerse Frankfurt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[27. November 2009. Frankfurt (Börse Frankfurt). Gute Wirtschaftsdaten aus Deutschland &#8211; der ifo-Geschäftsklimaindex ist im November überraschend deutlich gestiegen &#8211; und zeigt, dass die Stimmung zumindest im Handel und Industrie bestens ist. Doch bekommt der Optimismus der Marktteilnehmer einen kräftigen Dämpfer und bringt sie wieder auf den Boden der Tatsachen: Die Finanzkrise ist alles andere [...]


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<p>27. November 2009. Frankfurt (Börse Frankfurt). Gute Wirtschaftsdaten aus Deutschland &#8211; der ifo-Geschäftsklimaindex<br />
ist im November überraschend deutlich gestiegen &#8211; und zeigt, dass<br />
die Stimmung zumindest im Handel und Industrie bestens ist. Doch<br />
bekommt der Optimismus der Marktteilnehmer einen kräftigen Dämpfer<br />
und bringt sie wieder auf den Boden der Tatsachen: Die Finanzkrise<br />
ist alles andere als vorbei und der Aufschwung steht auf wackligen<br />
Beinen.</p>
<p>Dubai erschütterte die Märkte mit der Mitteilung, dass das<br />
staatlichen Unternehmenskonglomerats Dubai World die Bedienung der<br />
Schulden aussetzen muss und restrukturieren will. &#8220;Entsprechend<br />
zeigt sich an den Finanzmärkten das übliche Krisenreaktionsmuster:<br />
Flucht aus risikobehafteten Titeln wie insbesondere Aktien,<br />
Umschichtung in die bonitätsstärksten und liquidesten Staatstitel<br />
sowie Versteilung der Renditekurve und Aufwertung des US-Dollar&#8221;,<br />
schreiben die Analysten der HSH Nordbank. Die Frage sei nun, wer die<br />
Schulden von Dubai halte. &#8220;Die gestrige erste Nabelschau in der<br />
Finanzbranche förderte aber wie sooft noch keine Hauptbetroffenen zu<br />
Tage&#8221;, kommentieren die Volkswirte. Entweder sei man nicht<br />
engagiert, die Volumina seien vernachlässigbar, oder es habe gar<br />
keine Stellungnahme. &#8220;Und solange nicht absehbar ist, welche<br />
Auswirkungen die Zahlungsschwierigkeiten von Dubai World auf das<br />
angeschlagene europäische Bankensystem hat, bleibt Vorsicht das<br />
Gebot der Stunde.&#8221; Die Flucht in sichere Staatsanleihen ist also.</p>
<p>Der Euro-Bund-Future bewegte sich in den vergangenen fünf Tagen in einem Band zwischen 122 und 124 Punkten und notiert heute zur Mittagszeit bei 123,41. Eine zehnjährige Bundesanleihe bringt eine Rendite von 3,16 Prozent.</p>
<h4>Schlechte Nachrichten auch aus Jamaica</h4>
<div><span><img src="http://www.boerse-frankfurt.de/DE/MediaLibrary/Image/70_interview_partner/10_a_g/daniel_120x125.jpg" alt="" />Daniel</span></div>
<p>Wie die Skontroführer der Hellwig Wertpapierhandelsbank melden, steht auch der Inselstaat Jamaica vor dem Aus. Investoren ziehen sich aus entsprechenden Anleihen zurück. Eine bis 2012 laufende Anleihe (WKN A0DAKG) verliert rapide und notiert zur Mittagszeit bei 75 Prozent, ebenso wie eine 2014 fällige Schwesteranleihe (WKN A0DED9). „Seit Tagen ist die Krise wieder in aller Munde“, meint Gregor Daniel von der Wertpapierhandelsgesellschaft Walter Ludwig. Nicht zuletzt weil auch die Royal Bank of Scotland ihre Zinszahlungen für Hybrid-Anleihen und nachrangig besicherte Perpetuals (Anleihen ohne Laufzeitbeschränkung) ausgesetzt habe. „Derzeit sind RBS-Anleihen vom Handel ausgesetzt. Ab Montag können die Papiere wieder gehandelt werden. Allerdings werden die Anleihen dann „flat“, also ohne Stückzinsen gerechnet“, erklärt der Skontroführer für Anleihen. Betroffen sind sowohl Euro-Anleihen (WKNs A0E6C3, 858865, A0BDZC und A0DG4P) als auch Fremdwährungsanleihen der britischen Bank (WKN A0G3DK und 359801).</p>
<h4>VW-Anleihe wird nicht freudig begrüßt</h4>
<div><span><img src="http://www.boerse-frankfurt.de/DE/MediaLibrary/Image/70_interview_partner/30_n_s/petz_rainer_120x125.jpg" alt="" />Petz</span></div>
<p>Es kommt keine Kauffreude auf und der Abgabedruck ist groß“, kann auch Rainer Petz von Close Brothers Seydler beobachten. Neue Papiere, wie eine von VW emittierte Anleihe (WKN A1AQKZ), werden unter dem Angebotspreis gehandelt. Nächste Woche werde noch eine kurzlaufende Renault-Anleihe erwartet (WKN A1AQNB), die mit 3,125 Prozent verzinst wird und im Juli 2011 fällig wird.</p>
<h4>Nestlé in Down Under</h4>
<p>Nestlé erfreut dagegen Investoren, die mit einem Anstieg des australischen Dollars rechnen. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern bringt eine Fremdwährungsanleihe (WKN A1AQCN) in Australischen Dollar, die auf rege Nachfrage stößt, wie Gregor Daniel meldet. Das Papier ist mit 6 Prozent verzinst und läuft bis Dezember 2013.</p>
<p>© 27. November/Dorothee Liebing</p>
<p>© Deutsche Börse AG</p>


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		<title>Hüfners Wochenkommentar: Japanisches Menetekel an den Rentenmärkten</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 19:36:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boerse Frankfurt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[20. November 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Japan macht auch in Europa wieder einmal Schlagzeilen. Diesmal aber nicht wegen Rezession und Deflation, sondern mit seinem Bondmarkt. Die Renditen der Staatsanleihen sind dort in den letzten Wochen zeitweise so stark gestiegen wie schon lange nicht mehr. Von Anfang Oktober bis Anfang November erhöhten sie sich im 10-jährigen [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<div>
<img class="alignleft size-thumbnail wp-image-124" title="Japan" src="http://trading-cfd.info/wp-content/uploads/2009/11/Japan-150x150.jpg" alt="Japan" width="150" height="150" />20. November 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Japan macht auch in Europa wieder einmal Schlagzeilen. Diesmal aber nicht wegen Rezession und Deflation, sondern mit seinem Bondmarkt. Die Renditen der Staatsanleihen sind dort in den letzten Wochen zeitweise so stark gestiegen wie schon lange nicht mehr.</div>
<p>Von Anfang Oktober bis Anfang November erhöhten sie sich im 10-jährigen Bereich von 1,25 auf 1,48 Prozent. Das mag wegen des niedrigen Niveaus nicht so dramatisch aussehen. Übertragen auf den europäischen Rentenmarkt entspräche es aber einem Anstieg von derzeit 3,3 auf knapp 4 Prozent in gerade mal vier Wochen. Das ist schon ein Big Bang. Dies umso mehr, als sich die Entwicklung nicht auf das Segment der Staatsanleihen beschränkte. Die Optionen auf Zins-Swaps gingen noch stärker nach oben. Ebenso die Preise für Kreditausfallversicherungen (CDS).</p>
<p>Zunächst taten viele das als ein Problem der neuen japanischen Regierung ab, das uns nichts angeht. Inzwischen sieht es jedoch so aus, als käme es von der hohen Staatsverschuldung und Zweifeln der Anleger an der Finanzierbarkeit der Schulden. Das kann man nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen, denn solche Probleme gibt es auch bei uns. Könnte es sein, dass die europäischen Märkte für Festverzinsliche vor größeren Verwerfungen stehen? Müssen auch wir mit höheren Zinsen rechnen?</p>
<p>Ausschließen kann das niemand. Es gibt eine Reihe von guten Gründen, die sich dafür anführen lassen. Das Wichtigste sind auch hier die Staatsschulden. Die Situation ist in Europa zwar nicht so schlimm wie in Japan. Sie ist aber auch schwierig. In Deutschland beispielsweise dürfte sich die Defizitquote 2010 von 3 auf knapp 6 Prozent verdoppeln (öffentliche Defizite in Prozent des Bruttoinlandsprodukts). Es gibt keinerlei Anzeichen, dass die Regierung auf einen konsequenten Konsolidierungskurs einschwenkt. Sie denkt im Gegenteil über kräftige Steuersenkungen nach. In anderen Ländern ist das nicht viel anders. Der Staat droht damit, mit seiner Kreditnachfrage auf den Märkten in Konkurrenz zu den Unternehmen zu treten.</p>
<p>Hinzu kommt, dass die Inflationsrate im November/Dezember in Euroland wieder positiv wird. Die Energiepreise liegen schon wieder um mehr als 30 Prozent über dem Vorjahr. Die an den inflationsindexierten Anleihen gemessenen Preissteigerungserwartungen betragen in den USA über die nächsten fünf Jahre gerechnet 3 Prozent. Zu Jahresanfang waren es weniger als 1 Prozent. Schließlich scheint es derzeit so gut wie sicher, dass die Notenbanken im Verlauf des kommenden Jahres die Zügel anziehen und auch die Leitzinsen erhöhen. Es wäre merkwürdig und gegen jede historische Erfahrung, wenn sich das nicht negativ auf die Rentenmärkte auswirken würde.</p>
<p>Die Frage ist freilich, um wie viel die Renditen steigen werden. Müssen wir uns schon bald wieder auf 5 bis 6 Prozent einstellen? Oder wird es &#8220;nur&#8221; bis 4 Prozent oder vielleicht ein wenig darüber gehen?</p>
<p>Aus meiner Sicht wird es nicht so schlimm werden wie manche befürchten. Es wird auch hier nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. Hier sind fünf Gründe, weshalb die längerfristigen Renditen kaum über die 4 Prozent hinausgehen sollten. Erstens befinden wir uns in einem sehr langfristigen Kanal niedriger und sinkender Zinsen. Seit fast dreißig Jahren gehen die Sätze zurück, natürlich immer unter erheblichen Schwankungen. So ein Trend dreht sich nicht von heute auf morgen. Da muss es schon massive Ursachen geben.</p>
<p>Zweitens: Die Inflationsraten steigen zwar wieder an, sie bleiben insgesamt gesehen aber niedrig. Selbst Pessimisten glauben derzeit nicht, dass die Geldentwertung in den nächsten zwölf Monaten in Euroland über die kritische Grenze von 2 Prozent hinausgehen wird. Bei einer solchen Perspektive brauchen die Rentenmärkte nicht nervös zu werden.</p>
<p>Dies umso mehr als die Gefahr einer Deflation ja noch nicht ganz vom Tisch ist (auch wenn sie aus meiner Sicht unwahrscheinlich ist). Bei sinkendem Preisniveau könnten die Zinsen sogar zurückgehen und wir bekä-men eine Rallye auf den Bond-Märkten. Im Jahr 2007 konnte man ausgerechnet am japanischen Bondsmarkt phantastische Renditen von 40 Prozent erzielen (in Dollar gerechnet, das heißt einschließlich Währungsgewinne).</p>
<p>Drittens gibt es derzeit keine Anzeichen, dass es zwischen staatlicher und privater Kreditnachfrage zu einem zinstreibenden &#8220;Crowding-out&#8221; kommt. Es ist viel Liquidität vorhanden. Die Nachfrage der Unternehmen nach Kapitalmarktmitteln hält sich angesichts der mageren Wachstumsperspektiven und der unterausgelasteten Kapazitäten in Grenzen. Von einem &#8220;Anlegerstreik&#8221; bei Staatsanleihen ist nichts zu sehen. Die Auktionen für Staatspapiere laufen nach wie vor reibungslos.</p>
<p>Viertens sind die derzeitigen Renditen gemessen an den traditionellen Modellen bei weitem zu hoch. Bei einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um 4 Prozent in Euroland und einer Preissteigerung von unter 1 Prozent müssten die langfristigen Zinsen eigentlich negativ sein. Wenn sich im nächsten Jahr ein reales Wachstum von 1 bis 2 Prozent ergeben sollte und eine Preissteigerung in der gleichen Größenordnung, dann wäre ein Zins von lediglich 3 Prozent angemessen, also weniger als heute.</p>
<p>Fünftens schließlich sollte man den Einfluss der Geldpolitik nicht überschätzen. Zum einen werden die Notenbanken bei Ihren Restriktionen vorsichtig vorgehen, um größere Verwerfungen zu vermeiden. Zum anderen ist derzeit die Differenz zwischen kurzfristen und langfristigen Zinsen im historischen Vergleich sehr hoch. Sie liegt in Europa bei 2,5 bis 3 Prozent; gerechtfertigt wäre allenfalls die Hälfte. Das bedeutet: Selbst wenn die Europäische Zentralbank die Zinsen im nächsten Jahr auf 2 Prozent oder noch darüber erhöht, bräuchten die Langfristzinsen eigentlich gar nicht zu steigen. In jedem Fall werden die Renditen langsamer nach oben gehen als die Leitzinsen.</p>
<h4>Für den Anleger</h4>
<p>Die Angst, die derzeit von den japanischen Bond-Märkten ausgeht, ist nicht gerechtfertigt. Natürlich ist Vorsicht angebracht, denn es gibt Belastungen und bei so hohen Staatsschulden sind immer negative Überraschungen denkbar. Die Renditen können und werden im Verlauf von 2010 voraussichtlich stark schwanken und am Ende auch etwas steigen. Das wird aber nicht dramatisch sein. Auf kurze Sicht – zum Jahresende und darüber hinaus – ist sogar mit sinkenden Sätzen zu rechnen, weil viel Liquidität durch die Zins- und Tilgungstermine auf den Markt kommt.</p>
<p>© 20. November 2009/Martin Hüfner</p>
<p>Dr. Martin W. Hüfner ist Chief Economist bei Assenagon Asset Management S.A. Er war viele Jahre Chefvolkswirt beziehungsweise Senior Economist bei der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank. In Brüssel leitete er den renommierten Wirtschafts- und Währungsausschuss der Chefvolkswirte der Europäischen Bankenvereinigung. Hüfner schreibt für große internationale Zeitungen wie die Neue Züricher Zeitung oder die Schweizer Finanz und Wirtschaft sowie für große Zeitungen in Deutschland. Er ist Autor mehrerer Bücher, u. a. &#8220;Europa – Die Macht von Morgen&#8221; und &#8220;Comeback für Deutschland&#8221;.</p>
<p>© Deutsche Börse AG</p>


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		<title>Anleihen: Appetit auf Risiko</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 19:35:31 +0000</pubDate>
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<p>20. November 2009. Frankfurt (Börse Frankfurt). Das Jahr ist weit fortgeschritten und Analysten und Marktteilnehmer blicken nach vorn. Es sieht nicht schlecht aus. Die Konjunkturdaten ergaben in den vergangenen Tagen keine bösen Überraschungen. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone bewegt sich zum ersten Mal seit fünf Quartalen mit einem Plus von 0,4 Prozent wieder im grünen Bereich „Die Rezession könnte somit formalistisch als beendet interpretiert werden“, kommentiert Klaus Stopp von der Baader Bank. Die Inflationserwartungen für 2010 geben mit 1,2 Prozent keinen großen Handlungsbedarf seitens der Notenbank.</p>
<p>Die konjunkturelle Situation zeige sich jedoch gemischt, meinen die Analysten der HSH Nordbank, denn nicht alle EWU-Staaten hätten einen Turnaround vollziehen können. „Aus sieben der berichtenden 17 Staaten wurde eine erneute Schrumpfung zum Vorquartal gemeldet“, schreiben die Volkswirte. Spanien steht im Schatten mit einem Minus, auf der Sonnenseite führe die österreichische Wirtschaft mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent die Phalanx der Genesenden an.</p>
<p>Der Bund-Future konnte sich trotz des steigenden Aktienmarktes halten und notiert am Freitag Mittag bei 122,54 Prozentpunkten. Eine zehnjährige Bundesanleihe wirft eine Rendite von 3,22 Prozent ab.</p>
<h4>ThyssenKrupp abgestuft</h4>
<p>Im eher ruhigen Geschäft mit Anleihen angesichts der steigenden Aktienmärkte gerät ThyssenKrupp in die Schlagzeilen und unter Druck. Das Stahlunternehmen fährt den ersten Verlust seit der Fusion ein und wurde von der Rating-Agentur Moody&#8217;s abgestuft.</p>
<p>Anleger hätten sich von ihren Thyssen-Anleihen getrennt. Papiere wie die bis 2016 laufende Anleihe (WKN A0T61L) oder die bis 2015 laufende Anleihe (WKN A0EC91) haben im Kurs etwas mehr als einen Prozentpunkt verloren, berichtet ein Skontroführer der Hellwig Wertpapierhandelsbank.</p>
<h4>Auch die Deutsche Bank könnte es treffen</h4>
<p>Moody&#8217;s nimmt auch auch die Deutsche Bank unter die Lupe und findet „Schwächen im Kreditprofil“. „Anleger befürchten nun auch eine Herabstufung der Bonität der Deutschen Bank.“ Aktien des Konzens sind gegen Wochenende unter Druck. Manche Anleger trennen sich schon mal vorsorglich von einer Hybrid-Anleihe der Bank (WKN A1ALVC).</p>
<h4>Otto – find&#8217; ich gut</h4>
<div><span><img style="width: 120px; height: 125px;" src="http://www.boerse-frankfurt.de/DE/MediaLibrary/Image/70_interview_partner/30_n_s/petz_rainer_120x125.jpg" alt="" /><span>Petz</span></span></div>
<p>Den Werbeslogan des Versandhändlers aus Hamburg schreiben sich nicht wenige Anleger in ihr Orderbuch und kaufen die neue Otto-Anleihe (WKN A1CRZZ). Das Papier läuft bis November 2014 und ist mit 6,375 Prozent verzinst. Die Anleihe notiert bereits über 104 Prozent und vor allem Privatanleger scheinen hier zuzugreifen. „Die Befürchtung, dass Otto mit Quelle zusammen in eine Ecke gestellt wird und dass sich die Anleger nicht für das Papier interessieren, hat sich offensichtlich nicht erfüllt“, weiß Rainer Petz von Close Brothers Seydler. „Der Risikoappetit der Investoren ist offensichtlich groß und sie steigen trotz der guten Performance noch ein.“</p>
<p>© 20. November 2009/Dorothee Liebing</p>
<p>© Deutsche Börse AG</p>


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