Zertifikate-Trends: Bärenmarkt nicht in Sicht

3. März 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die meisten Investoren verhalten sich derzeit im Handel mit Anlage- und Hebelprodukten weitgehend abwartend. Griechenlands angespannte Finanzlage mit der drohenden Bonitätsabstufung durch Rating-Agenturen scheint die Anlagelust zu vertreiben. „Im Vergleich zum Januar und Anfang Februar ist es ruhig geworden“, beobachtet Peter Bösenberg von der Société Générale. Die aktiven Akteure würden außerdem zu einer höheren Umschlagsfrequenz neigen, d.h. sie verkaufen auch schnell wieder bei entsprechender Marktlage.

Bösenberg

Die Stimmung spreche jedoch nicht für einen Bärenmarkt, sondern eher für eine Seitwärtstendenz. „Anleger sichern sich derzeit über reverse Short-Index-Tracker und Diskount-Zertifikate oder entsprechende Optionsscheine gegen fallende Kurse ab“, meint Bösenberg. Gekauft wurden beispielsweise ein Korridor-Discount-Zertifikat und ein reverses Bonus-Zertifikat auf den DAX (WKNs SG1L99, DB4CAK) und ein Discount-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 (WKN CB77HZ). Risikobereiter Anleger setzen auf einen Korridor-Optionsschein mit einer oberen und unteren Knock-out-Barriere auf den DAX (WKN SG1JX0). „Das ist etwas für spekulative Anleger, die sich derzeit eher an kürzeren Laufzeiten von drei bis sechs Monaten orientieren“, berichtet Bösenberg.

Sattler

Die klassischen Index-Tracker wie das sehr viel gehandelte Papier der Deutschen Bank (WKN 709335) werden eher verkauft. Gefragt seien defensive Strukturen mit Teilschutz, meldet Oliver Köchel von der Baader Bank.

Marcel Sattler von ICF Kursmakler beobachtet ähnliches. „Der DAX pendelt um 5.700 Punkte. 5.800 scheint ein größeres Hindernis zu sein.“ Gründe für einen weiteren Anstieg gäbe es nicht und auch größere Verkäufe würden nicht getätigt. „Man setzt auf einen Seitwärtsmarkt.

Verstärkte Nachfrage nach Soft-Conmmodities

Während die Nachfrage nach Produkten auf Edelmetalle eher etwas rückläufig sei, wie Köchel durch gibt, beobachtet Bösenberg eine verstärkte Nachfrage nach Produkten auf Soft Commodities, also Getreide oder Zucker. Gekauft werden beispielsweise Korridor-Optionsscheine (WKNs SG1MRX und SG1K9M) auf die beiden Basiswerte.

Quartalberichte geben Ideen

„Wenn Unternehmensergebnisse kommen, beobachten wir Nachfrage in Produkten auf deren Aktien“, erzählt Köchel. So werden zum Beispiel Discounter oder Bonus-Zertifikate auf Bayer oder Stada gekauft. Spekulative Anleger setzen sich mit Lufthansa auseinander (WKN DZ02H0).

Euro-Bewegung reizt

Der Euro, der in den vergangenen Tagen gegenüber dem US-Dollar kräftig gefallen ist und satte Bewegungen zeigt, ist für spekulative Anleger immer ein beliebtes Zielobjekt. Auch die Verschiebungen gegenüber dem Yen (WKN TB84JE) wird genutzt. Gegenüber dem Britischen Pfund hat die europäische Gemeinschaftswährung zugelegt. Auch dies behalten einige Anleger im Auge.

© 3. März 2010/Dorothee Liebing

© Deutsche Börse AG

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